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Caroline Wünsche

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16.08. - 24.08. 2014 Im Land der Crow

Gemächlich Eindrücke und Erfahrungen sammeln ist nicht angesagt.

Von der ersten Stunde an kraftvolle Begegnungen, Ereignis um Ereignis. Beschleunigung und - Entleerung. Durchputzen. Abschminken und sich stellen. Entleerung für die Wirklichkeit.

Fakten schaffen Schatten, um wiederrum ausgeleuchtet zu werden. Scharfstellen, weder unterbelichtet noch überbelichtet - eben so wie es tatsächlich ist und das auch noch im Urton. Aber: Was ist Tatsächlichkeit? Was ist die Wahrheit? Wie gelangt man dort hin?

Sehr spannende Fragen. Für mich selber, für die Gemeinschaft, für die Gesellschaft, für die Kulturen. Wie viele Streitereien, Fehden und Kriege sind Resultat des Kampfes um die wahre Wirklichkeit. Sie sind wie die bitteren Früchte einer Hybridpflanze, die nicht mehr die Wahrheit spricht. Und nichts anderes ist ein Hybrid - eine von ihrer Urkraft abgeschnittene Pflanze, welche wiederrum keinerlei Informationen an weitere Generationen übertragen kann. Sie ist nicht mehr die Trägerin der Lebensformel, und kann so auch nicht aus der Wahrheit schaffenden Quelle schöpfen. Die Quelle die von Freude, Frieden, Liebe und Einheit spricht, um ebensolches zu erschaffen.

Es gibt ein Buch mit dem Titel „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?". Eine in den letzten Jahren zunehmend diskutierte Frage, welche schon lange sowohl salonfähig als auch zunehmend Bestandteil von sogenanntem „wissenschaftlichem Arbeiten" und seiner Diskurse geworden ist. Und inflationär spukt sie in den Köpfen mancher Menschengruppen. Aber hier handelt es sich, so meine Beobachtung, oft um eine tendenziell rhetorische Frage. Eher im Genre: Da alles Existierende Resultat meiner Wahrnehmung ist, eine eigens erschaffene Konstruktion also, die sogar soweit geht, dass das komplette Außen sich nur im Spiegel meiner eigenen Matrix abspielt, gibt es keine Wirklichkeit, jedenfalls keine Wirklichkeit im größeren Stil. Eben nur die meine. Résumé hier: Der Frage nach der individuellen Wirklichkeit nachzugehen lohnt nicht, und am Ende sind wir sowieso eins - nach der Theorie: „Es kommt alles in einen Magen".

Auf der einen Seite ist das wohl so, aber auf der anderen Seite irgendwie platt und wird uns Menschen auch nicht gerecht. Oder anders gesagt, mein Erleben zeigt, dass es durchaus der Mühe wert ist, dieser Frage ausreichend Raum zu geben, da sonst die Gefahr droht, Hybriden zu schaffen, die nicht mehr in der Lage sind, süße Früchte zu treiben. Der Frage nach der größtmöglichen Schnittmengen von Wirklichkeiten nachzugehen, könnte ein Segen und Frieden schaffender Prozess sein. Und wenn der Weg das Ziel sein soll, dann gibt es auch keine Überholspur, auch nicht für inkarnierte Weisen.

Je mehr Wirklichkeiten unreflektiert parallel nebeneinander existieren, desto mehr können Reibungsflächen entstehen. Wenn ich meine Wahrheiten kenne, dann kann ich sie auch loslassen, um mich in das Meer der einen Wahrheit zu begeben.

Und angenommen, es gäbe DIE eine Wahrheit, DIE eine Wirklichkeit, dann gäbe es auch einen Weg der Annäherung.

Vielleicht ist ein Weg dorthin sich zunächst all seinen eigenen Wirklichkeiten gewahr zu werden. Und indem ein Jeder, eine Jede diese herausfindet, um sich dann Stück um Stück von ihr zu befreien, um immer leerer zu werden, könnte sich die übergeordnete Wahrheit offenbaren.

Wenn ein Film über Frieden erzählen möchte, dann ist es auch eine Geschichte all jener Wirklichkeiten, die die Geschichte bis dahin schrieb. Denn Frieden ist ein Zustand, keine Geschichte mehr. So wie alle Gewässer dieser Erde aus ein und demselben Element bestehen, so ist es doch ein Unterschied, ob es sich um Regenwasser, Seewasser oder Meerwasser handelt.

Unsere Reise wirft viele Wirklichkeiten auf. Auf eine bezaubernde Art und Weise, entstehen die buntesten Bilder, die schlummernde Wirklichkeiten wecken.

So gestalten sich die Tage wie eine Landung in eine neuartige Wirklichkeit. Wir sind bei dem Stamm der Crow angekommen - in Crow Agency. Mit unserem Fuhrpark dürfen wir im Vorgarten von Larson Medicinhorse und seiner Frau sein. Lange Zeit war Larson Cherif von Crow Agency, jetzt „Cherif of honor" - oder anders, der Häuptling der Crow. Er ist das spirituelle Oberhaupt seiner großen Familie und Medizinmann für die Crow. Auch über die Grenzen Montans ist er bekannt und gefragt. Einige schlafen im sogenannten „ghost-room", einem Raum, in welchem rituelle Zeremonien stattfinden. Die große Gastfreundschaft ermöglicht uns auch die Nutzung von Küche und Bad. Es ist eine Ehre hier sein zu dürfen. Und es ist ein wunderbares Geschenk, dass Larson mit uns Redekreise abhält, sich Zeit nimmt für persönliche Anliegen und Fragen. Auch dürfen wir an einem „healing" teilnehmen, welches einer kranken Frau gewidmet ist. Dafür finden eine zeremonielle Schwitzhütte als auch eine „ghost- ceremony" statt. Ein besonderer Anlass führt diese Tage viele Indianer hierher - die Crow Fair. Eine kunterbunte Zusammenkunft - ein großes Fest - das wichtigste Fest für die „original american inhabitants". Es wird gemeinsam campiert und gegessen. Familienmitglieder begegnen sich, Freundschaften entstehen und vieles mehr. An die 1000 Tipis bilden eine Woche lang ein Dorf - ein Dorf welches Raum für Begegnungen, Paraden, Wettbewerben, Wiederbeleben alter Traditionen und Bräuche bietet. Das größte Tipi Dorf, welches sich ihrer alten Wahrheiten erinnernde Indianer zusammenführt. Zu tranceartigen Rhythmen werden wunderbare Tänze getanzt - mit bestimmten Bedeutungen und Aussagen. Sie erzählen von vergangenen Tagen, Erfahrungen und den Zusammenhängen von Menschen und seiner Umwelt. In den allerschönsten Farben tragen Männer, Frauen und Kinder prächtige Gewänder, mit welchen sie stolz und erhaben für einige Tage den zeremoniellen Tanzplatz regenbogengleich schmücken und beehren.

Der mächtige Klang der riesigen Trommeln, den sogenannten PowWos's, um die mehrere Männer ringsherum sitzen und rhythmisch schlagen - gepaart mit den indianischen Gesängen - erfüllen, verstärkt durch ein Mikrofon, die warme Luft, um die tanzenden Menschen zu begleiten, zu tragen und in tranceartige Zustände zu erheben.

Ja und dann sind da auch noch die Pferde: Sie sind in diesen Tagen allgegenwärtig präsent, an jeder Ecke und Kurve sind sie anzutreffen. In allen Farben und Größen. Mit oder ohne Reiter. Ob im gemächlichen Schritt oder im rasenden Tempo quer über die Straße. Straßenschilder mit einem reitenden Indianer zieren ab und an den Straßenrand. Die Pferde, welche den Indianern zu alten Zeiten als Transportmittel dienten, und schon damals Reichtum und Ansehen bedeuteten, erfahren noch heute einen hohen Stellenwert. Fast jede Familie im Tipi Dorf hat ihre Pferde mitgebracht. Sie werden für die Wettkämpfe wie für das Rodeo, die Rennen, das Kälberfangen und anderen Disziplinen eingesetzt. Die Crow sind bekannt als die weltbesten Reiter; und scheinbar mühelos schlängeln sich Männer, junge Frauen und Kinder mit ihren sattellosen Pferden durch das Gewusel an der Pferderennbahn. Manche warten darauf an die Reihe zu kommen, manche Jungpferde werden für die Rennen hin und her geführt, bis kurz vor dem Start die Jockeys ins Spiel kommen. Die Kinder und Jugendlichen vertreiben sich die Zeit mit allerlei Gerangel und Spielen zu Pferde. Die Pferde fungieren multifunktional. Vom Springbock bis zum kurzen Minirennen wenn gerade die Rennbahn frei ist. Es ist ein buntes Durcheinander, ein allgemeines Drunter und Drüber. Aber nach einigen Beobachtungen wird immer deutlicher, dass jede Reiterin völlige Kontrolle über ihr Pferd hat. Und die unabgesprochene und dennoch vorhandene Synchronizität aller Beteiligten erzählt die Geschichte von einer lebendslangen Beziehung zwischen den Crow und ihren Pferden.

Den Rodeos kann ich nichts abgewinnen - eine harte Art, wilde Pferde zu brechen. Eine Methode, die vom Raubtier im Menschen erzählt. Auch eine Wirklichkeit.

Zu den Pferden könnte ich noch vieles erzählen. Meiner Begegnung mit dem großen Pferdegeist. Mehr dazu später.

Jedes Fest hat ein Ende. Gemeinsam helfen wir der großen Familie von Larson seine Tipis und alles weitere was so für eine Woche Dorfleben benötigt wird abzubauen. Es ist eine intensive Zeit. Es tut mir unglaublich gut im Tun diesen Menschen zu begegnen. Ein näher rücken ermöglicht mir kleine Einblicke in deren Leben und ihrer Art zu sein. Wirklichkeiten von Menschen, welche vor nicht allzu langer Zeit gewaltsam ihrer Lebensform beraubt wurden. Menschen, die in abgesteckten Landparzellen leben - den Reservaten. Während ich geduldig darüber instruiert werde, wie Tipis abgebaut, und die langen Tipistangen getragen werden, fallen ab und an Sätze ganz einfacher Art, die sich für mich jedoch wie Weisheiten anmuten. Worte die tief in mir drinnen gewisse Wahrheiten berühren. Das Tragen der sehr langen Tipistangen, welches nur in totaler Balance funktioniert, führt auch etwas in mir in Balance.

Das bunte PowPow Fest, das Sein hier bei Larson und all den anderen Menschen wirft viele Facetten von Wirklichkeiten auf. Und eine Wirklichkeit ist die der Macht von Drogen - Zucker, Alkohol und anderem. Konfrontation.

Jetzt geht es weiter zum Custer battlefield - eine alte Wunde, ein tiefer Schmerz.  Dieses Schlachtfeld steht heute für mich stellvertretend für all die Schlachtfelder, an denen Menschen meinten, ihrer Wahrheit halber ihre Artgenossen niedermetzteln zu müssen.

Um sich der einen Wahrheit öffnen zu können, ist sicherlich ein wesentlicher Aspekt die Selbstverzeihung. Denn leidet der Mensch unter Schuldgefühlen, seien sie bewusst oder unbewusst, so werden sie ein großer Bestandteil der eigenen Geschichtsschreibung. Und Leid erzeugt stets immer wieder aufs Neue Leid.

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